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2-2018

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  • Medizinelektronik
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Fachzeitschrift für Medizintechnik-Produktion, Entwicklung, Distribution und Qualitätsmanagement

Sicherheit

Sicherheit Cybersicherheit im Krankenhaus netzten Medizinprodukten gefährden können. Unkontrollierte oder automatische, vom Medizinproduktehersteller nicht autorisierte Softwareupdates (z. B. für Virenschutz, Betriebssystem oder sonstige Anwendungssoftware) können die ins Netzwerk eingebundenen Medizinprodukte in ihrer Funktion beeinträchtigen und somit möglicherweise Patienten schädigen. Hersteller stehen hier also in einem Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit von Medizinprodukten bzw. dem Rahmen der Zweckbestimmung der Medizinprodukte einerseits und dem sicheren Betrieb von IT-Netzen andererseits. IT-Netzwerke im Krankenhaus richtig sichern Wie lassen sich IT-Infrastruktur und Geräte also schützen, ohne die gesetzlichen Vorgaben für Medizinprodukte zu verletzen? Sowohl bei organisatorischen Schritten, als auch bezüglich einer Anpassung in der Netzwerkarchitektur und der Systemabsicherung bieten sich Maßnahmen an, mit denen der Bedrohung des IT- Netzwerks effektiv begegnet werden kann. Dazu gehören unter anderem: • Mitarbeiter regelmäßig schulen, um die Wahrscheinlichkeit für Schadsoftwarebefall zu reduzieren • Klare Strukturierung des Netzwerks, um medizinische von nicht-medizinischen Netzwerkbereichen zu trennen. Die notwendigen Verbindungen sollten über wenige, aber gut gewartete Gateways erfolgen • Schutzsoftware auf nichtmedizinischen Systemen installieren, um deren Infektion und die nachfolgende Verbreitung von Schadsoftware im medizinischen Netz zu verhindern. Autor: Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik ZVEI www.zvei.org/gesundheit Automatisierte und vernetzte Medizintechnik bietet große Vorteile für die Patientenversorgung. Denn die Offenheit zwischen Administration und Leistungserbringung sowie eine verbesserte Transparenz und Durchgängigkeit der Datenströme ermöglichen effizientere Prozesse in der Versorgung. Vernetzte Geräte sind jedoch auch eine potenzielle Einfallspforte für Schadprogramme. Deshalb ist es wichtig, geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Cybersicherheit zu ergreifen. Das gilt sowohl für interne IT-Systeme (z. B. Verwaltungssysteme) als auch externe IT-Systeme (z. B. IT-Geräte mit Remotezugriff, externe Speichermedien) sowie für Systeme mit integrierten Medizinprodukten (z. B. PC-basierte Medizinprodukte, medizinische Software- Produkte). Gesetzliche Anforderungen und Zweckbestimmung versus sichere IT-Netze Schadsoftware kann auf verschiedenen Wegen in ein medizinisches Netzwerk gelangen. Häufig wird sie sogar durch den Anwender selbst eingebracht, zum Beispiel über CDs/DVDs, USB- Speichermedien, E-Mail-Anhänge oder Internet-Verbindungen ohne ausreichenden Virenschutz. Besteht keine sichere Trennung des medizinischen Netzwerks von der übrigen IT-Infrastruktur oder zu externen Systemen, kann Schadsoftware von dort in das medizinische Netzwerk gelangen. Um diesen Gefahren zu begegnen, ergreifen Betreiber häufig eigene Schutzmaßnahmen, ohne sich bewusst zu sein, dass gerade solche Maßnahmen das ordnungsgemäße Funktionieren von ver- 12 meditronic-journal 2/2018

Sicherheit Hersteller und Betreiber: Wer ist wofür zuständig? Hersteller, die für ihre Medizinprodukte die Verwendung in IT- Netzwerken erwarten oder vorhersehen, müssen bereits während des Designs mögliche Risiken, die an den Schnittstellen denkbar sind, hinsichtlich ihres Gefährdungspotentials bewerten und entsprechende Maßnahmen zur Risikominimierung definieren und implementieren. Sollte dies technisch nicht möglich sein, müssen Anwender bzw. Patienten hinreichend über diese Gefährdungen informiert werden, beispielsweise in der Gebrauchsanweisung. Betreiber dieser Medizinprodukte und IT-Netzwerke sind verpflichtet, sich bereits bei der Installation und Inbetriebnahme über mögliche Gefährdungen aller Art bei den involvierten Herstellern zu informieren und geeignete Maßnahmen in ihrer eigenen Organisation zu entwickeln, festzulegen und umzusetzen. Dazu gehören sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen, zum Beispiel die Festlegung und Implementierung von Richtlinien zur Nutzung der IT. Bei Cybersicherheit im Krankenhaus ist Teamwork gefragt IT-Systeme und ihre Vernetzung sind sowohl aus dem Alltag, wie auch aus dem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Im klinischen Umfeld können damit jedoch besondere Risiken und potenzielle Gefährdungen für Patienten und Anwender verbunden sein. Deshalb sollte Cybersicherheit insbesondere bei Betreibern von medizinischen Einrichtungen einen hohen Stellenwert einnehmen. Sicherheitskonzepte, die auf lokalen Regelungen und Initiativen beruhen, sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten. Denn sie bergen die Gefahr, dass die inhärente Sicherheit von Medizingeräten abgeschwächt wird oder diese inkompatibel zu anderen Regelungen werden. Stattdessen sollten Sicherheitskonzepte transparent und in Zusammenarbeit aller betroffenen Parteien erarbeitet werden. Danach müssen sie regelmäßig gewartet, überprüft und, wo notwendig, verbessert werden, um den Anforderungen kontinuierlich zu genügen. Das erforderliche Sicherheitsniveau kann nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten ihrer Verantwortung gerecht werden und gemeinsam dran arbeiten, Cybersicherheit zu gewährleisten. Weitere Informationen stehen in den ZVEI-Positionspapieren „IT- Sicherheit in Medizintechnik und Krankenhaus-IT” und „Sichere medizinische Subnetze” zur Verfügung. ◄ Sichere Digitalisierung vom Hersteller bis zum Patienten Die Fachmesse für Zuliefererund Herstellerbereiche der Medizintechnik MT-CONNECT und der internationale Medizintechnik- Kongress MedTech Summit am 11. und 12. April 2018 in Nürnberg greifen IT-Sicherheit in der Medizintechnik als großes Trendthema auf. Am 12. April widmet sich ein eigener Themenslot der Cybersecurity. Gemeinsam mit dem Branchenverband der deutschen Informationsund Telekommunikationsbranche Bitkom e.V. entsteht derzeit ein umfangreiches Programm. „Die Digitalisierung macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt. Digitale Technologien bergen ein großes Potenzial, etwa für Diagnose, Therapie und Versorgungssicherheit. Die Medizin technik spielt eine Schlüssel rolle und ist genauso fundamentalen Veränderungen ausgesetzt wie andere Branchen. Der Bitkom setzt sich daher dafür ein, auch im Gesundheitswesen die Digitalisierung voranzutreiben und neue datengetriebene Geschäftsmodelle zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen“, sagt Julia Hagen, Referentin Health & Pharma bei Bitkom. Digitale Transformation Bitkom greift das Thema im Kompetenzbereich Digitale Transformation mit einem Arbeitskreis E-Health auf, bei dem auch Cybersecurity eine große Rolle spielt: vom Schutz von Patientendaten bis zur Absicherung von IT-Infrastrukturen in Klinik oder Praxis. Im Rahmen des MedTech Summit wird Hagen über den Schutz von IT-Netzen referieren. „Connected Health: Herausforderungen für die Infrastruktur“ ist der Titel ihres Vortrags. Auch Themen wie der Einsatz der Blockchain-Technologie für die Manipulationssicherheit bei Patientendaten stehen auf der Agenda. Dr. Eberhard Scheuer von Universität Zürich klärt über die Möglichkeiten einer Healthcare Blockchain auf. Und Stefan Winter von Philips Research stellt einige Praxisprojekte aus der IT-Sicherheit vor. Außerdem wird dieses Jahr auf der Messe erneut eine große Vielfalt an Dienstleistungen und Lösungen rund um E-Health und digitale Anwendungen erwartet, natürlich immer maßgeschneidert auf die Anforderungen der Healthcare-Branche.“ IT-Sicherheit Das Forum MedTech Pharma e.V. als ideeller Träger des MedTech Summit und der MT- CONNECT sieht ein deutlich gestiegenes Interesse am Thema IT-Sicherheit. „In der Medizintechnik-Branche stellen wir derzeit einen spürbaren Bedeutungsgewinn des Themas IT- Sicherheit fest. Durch aktuelle Trendthemen wie webbasierte Gesundheits-Dienstleistungen, elektronische Patientenakte oder mobile Health rückt dieser Aspekt im Rahmen unserer Netzwerkaktivitäten zunehmend in den Fokus“, sagt Dr. Matthias Schier, Geschäftsführer des Forum MedTech Pharma. „Das Thema berührt Anwender und Hersteller gleichermaßen und schließt auch den Dialog mit Behörden ein.“ Auch das aktuelle Positionspapier zur IT-Sicherheit des Fachverbands Elektromedizinische Technik des ZVEI hat eine stärkere Sensibilität für diese Thematik geweckt. Mit dem Fachverband Elektromedizinische Technik des ZVEI, dem BVMed und dem Bitkom unterstützen nun drei Partner mit umfangreichem Know- how zu Medizintechnik und Digitalisierung die MT-CONNECT. Die nächste MT-CONNECT mit MedTech Summit findet am 11. und 12. April 2018 in Nürnberg statt. MT-CONNECT www.mt-connect.de MedTech Summit www.medtech-summit.de meditronic-journal 2/2018 13

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