SoftwareFertigungs-IT beim Namen nennenMES, MOM & Co. – warum überhaupt diese Begriffsvielfalt?© ipopba/Adobe-StockAutor:Markus DiesnerPrincipal MarketingMPDV Mikrolab GmbHwww.mpdv.comSchon lange Zeit ist ein ManufacturingExecution System (MES)das Maß aller Dinge, wenn es umIT-Lösungen für die Smart Factorygeht. Seit einiger Zeit kursieren indiesem Umfeld weitere Abkürzungenwie MOM, MOS, MOP oder MEP inder Fachpresse. Was steckt hinterdiesem Wirrwarr aus Begriffen undAbkürzungen? Markus Diesner, PrincipalMarketing bei MPDV, erklärtund kommentiert.M = ManufacturingBei all der Vielfalt an Begriffen undAbkürzungen ist zumindest das Mkonstant – es steht für Manufacturing.Aber warum überhaupt die vielenVarianten? Eines ist klar: Die einzelnenAusprägungen haben unterschiedlicheHistorien und sind teilweisemit Anbietern aus dem Marktfür Fertigungs-IT verbunden. Unterden neuen Abkürzungen sticht MOMhervor, da es unabhängig von einzelnenHerstellern ein breiteres Feldeinnimmt. Zunächst aber zum Ausgangspunkt,dem MES.MES – ManufacturingExecution SystemMES bezeichnet eine Software,deren Funktionsumfang in der VDI-Richtlinie 5600 beschrieben wird.Dort ist die Rede von zehn Aufgaben:Auftragsmanagement, Feinplanung& Feinsteuerung, Betriebsmittelmanagement,Materialmanagement,Personalmanagement,Datenerfassung, Leistungsanalyse,Qualitätsmanagement, Informationsmanagementund Energiemanagement.Die Anbieter von MES-Systemendecken diese Aufgaben in unterschiedlichemMaße ab. Neben Vollsortimentern,die ein Produktportfoliomit einem hohen Grad an horizontalerIntegration im Sinne derAutomatisierungspyramide anbieten,gibt es eine breite Masse anLösungen, die sich nur mit Datenerfassung,Betriebsmittelmanagementund weiteren Einzelfunktionenbeschäftigen. Ein ganzheitlichesMES sollte Funktionen füralle zehn Aufgaben beinhalten.Oftmals wird diese Definition einesMES als „deutsche Sichtweise“bezeichnet. In anderen Regionenaußerhalb Westeuropas verstehtman unter MES teilweise deutlichweniger – bis hin zu einer reinenMaschinendatenerfassung. Dassind veraltete Ansichten, die abernicht zuletzt mit der Einführung desBegriffs Manufacturing OperationsManagement (MOM) zusammenhängen.Der MES-Begriff hat sichkontinuierlich weiterentwickelt bishin zu einem holistischen und vollständigintegrierten Unterstützungssystemfür die Fertigung.MOM – ManufacturingOperations ManagementLaut einem bekannten amerikanischenAnalysten handelt es sichbei MOM um ein Prinzip, das vermeintlichweit über den Funktionsumfangeines MES hinausgeht. DerBegriff entstand angeblich aus derSituation heraus, dass sich Anbietermit breitem Funktionsspektrum vonAnbietern mit einfacheren Lösungen28 Einkaufsführer Produktionsautomatisierung 2025
Softwareabgrenzen wollten. Demnach gehörenviele Funktionen, die die deutscheVDI-Richtlinie 5600 einemMES zuordnet, eher zum Konzepteines MOM. Beispiele hierfürsind ein umfangreiches EquipmentManagement, die Berücksichtigungvon Personal und Material sowie einbreites Feld an Funktionen für dieQualitätssicherung und die Feinplanung.Einem MES gesteht der Analystlaut eigener Markteinschätzungnur rudimentäre Planungsfunktionenzu. Der Fokus eines MES läge demnachauf dem Erfassen von Datenim Shopfloor und dem Ausführenvon Anweisungen und Vorgaben.Alle weiterführenden Funktionengehören in dessen Augen eher in einMOM oder im Falle der Planungsfunktionenin ein Advanced Planningand Scheduling System (APS).Das steht im krassen Gegensatzzur deutschen Sichtweise (vgl. VDI-Richtlinie 5600), die einem MES dievolle Funktionalität für eine SmartFactory zuweist. Daher könnte manden amerikanischen MOM-Begriffmit dem deutschen MES-Begriffgleichsetzen, was der eine oderandere Anbieter in Europa auch tut.MOS – ManufacturingOperations System2017 versuchte ein deutscher MES-Anbieter den aus seiner Sicht überholtenMES-Begriff neu zu definieren.Mit dem Manufacturing OperationsSystem (MOS) proklamierte er eineoffenere Alternative zum vermeintlichmonolithischen MES. Als monolithischwird ein System betrachtet,das einerseits nicht modular undandererseits nach außen abgeschottetist. Ein MOS sei demnacheine Software mit offenen APIs. DieNutzung einer sogenannten Open-API sei der Garant für einen freienZugriff auf Produktionsdaten. Damitkönnten vermeintliche Datensilosaufgelöst werden.In Wirklichkeit sind sowohl dermonolithische Aufbau eines MESals auch die genannten Datensilosdas Ergebnis von Entscheidungeneinzelner MES-Anbieter. In keinerNorm oder Richtlinie steht, dassein MES monolithisch sein mussoder Datensilos aufbauen soll. Einmodularer Aufbau und der freieZugriff auf die erfassten Produktionsdatensind Eigenschaften, diemoderne Manufacturing ExecutionSysteme auszeichnen. Wennsich ein MES-Anbieter dagegenentscheidet, dann hat das nichtsmit dem allgemeinen MES-Begriffzu tun. Die Anlehnung des BegriffsMOS an MOM scheint in diesemZusammenhang ebenfalls daraufanzuspielen, dass ein MES nicht alleFunktionen mitbringt, die eine SmartFactory braucht. In der VDI-Richtlinie5600 steht nur, dass ein MESbestimmte Aufgaben erfüllen soll –nicht, welche davon eine Lösung zueinem MES machen. Demzufolgeist das MOS keine geeignete Alternativezum MES.Ein amerikanischer Dienstleisterversteht unter der Abkürzung MOSein Angebot für die Optimierung desMaintenance Prozess. In diesemFall steht MOS für ManufacturingOperating System und meint einBetriebssystem für die Fertigungzur Verbesserung der Instandhaltung.Diese Nutzung der AbkürzungMOS hat für die Fertigungs-IT als Ganzes weniger Bedeutung.MEP – ManufacturingExecution PlatformDer Ansatz eines weiteren MES-Anbieters aus dem deutschsprachigenRaum adressierte mit derAbkürzung MEP für ManufacturingExecution Platform die Architekturder Fertigungs-IT. Ein offener Bestof-breed-Ansatzsollte demnach dieFunktionsweise der Fertigungs-IT erweitern und ermög lichen, sodass Anwendungen unterschiedlicherAnbieter miteinander kombiniertwerden können. In deren Webshopkonnte man dafür aus einerAnzahl eigener Anwendungen auswählen.Die Offenheit der Plattformfür andere Anbieter war zumindestzum Zeitpunkt der Ankündigungnicht erkennbar.Mindestens ein weiterer MES-Anbieter sprang auf diesen Zug aufund nannte seine MES-Lösung zubestimmten Gelegenheiten ebenfallsMEP, um den Plattformcharakterhervorzuheben.Ob es ausreicht, ein bestehendesManufacturing Execution Systemeinfach als Plattform zu deklarieren,ohne typische Merkmale einerPlattform wie Offenheit gegenüberanderen Anbietern zu erfüllen, seidahingestellt. An den Aufgaben einersolchen Softwarelösung ändert sichnichts – die Smart Factory stelltgewisse Anforderungen, die es zuerfüllen gilt. Dies mit einer modernenund offenen Plattform architekturzu tun, ist sicher zielführend, abernicht ausreichend. Vielmehr brauchtes eine Plattform, die unabhängigvon den eigentlichen Anwendungenfür Interoperabilität sorgt – quasieine Manufacturing InteroperabilityPlatform oder etwas einfacher:Manufacturing Integration Platform(MIP). Ein Ökosystem aus Anbieternund Integratoren füllt die Plattformdann mit Leben und beschert denAnwendern entsprechende Mehrwerte.Für den MES-Begriff ist diePlattformarchitektur also lediglichdie konsequente technologischeWeiterführung, aber keineswegseine Alternative.MOP – ManufacturingOperations PlatformMit der Manufacturing OperationsPlatform (MOP) beschreibtein weltweit tätiges Beratungshausim Jahr 2022 das Big Pictureder Fertigungs-IT neu. Dabeiwerden Schnittstellen-dominierteSzenarien aus MES, ERP und vielenanderen IT-Systemen mit Fertigungsbezugdurch einen gemeinsamenPlattformansatz abgelöst,der die Infrastruktur zur Datenerfassungvon der Verarbeitung derDaten in den Anwendungen trennt.Durch die Plattform architektur reduzierensich die Schnittstellen zwischenden Systemen signifikant,da es nur noch eine Schnittstelle jeSystem braucht – die zur Plattform.Dabei handelt es sich um einenzielführenden Ansatz, der mit einergeeigneten Umsetzung durchauszukunftsfähig sein könnte. Wiediese konkret aussieht, verrät dasBeratungshaus leider nicht – damitbleibt die Möglichkeit, sich mit passendenLösungen zu platzieren –zum Beispiel mit einem ManufacturingExecution System, das aufeiner Integrationsplattform für dieSmart Factory aufsetzt. MOP istalso auch keine Konkurrenz zumMES, sondern eher ein Konzept,das den modernen MES-Gedankenunterstützt.Exkurs: MES vs. IIoTEin weiteres Konzept, das häufigals Alternative zum MES bezeichnetwird, ist das Industrial Internetof Things (IIoT). Auch hier gibt esgewisse Überschneidungen – sowohlin der Technologie als auch in denAnwendungen. Letztendlich ergänzensich das MES und IIoT sehr gut.Unter dem Titel „MES vs. IIoT: verdrängenoder ergänzen?“ (oder ähnlich)sind hierzu bereits Beiträge inder Fachpresse erschienen.Fertigungs-IT:egal wie, aber richtigEs kommt also nicht darauf an, wieman die Fertigungs-IT nennt, sondern,ob sie die Aufgaben erfüllt, diesie in der Smart Factory zu leistenhat. Dabei wird eine geeignete Architekturimmer wichtiger. Interoperabilitätim Sinne einer Kombinationvon Anwendungen beliebiger Herstellerist notwendig, um die Vielfaltan Anforderungen der Fertigungsindustrielangfristig erfüllen zu können.Daher ist eine Erweiterung desbewährten MES-Begriffs zu einemplattformbasierten ManufacturingExecution System wünschenswert.Wer schreibtMPDV mit Hauptsitz in Mosbach istder Marktführer für IT-Lösungen inder Fertigung. Mit mehr als 45 JahrenProjekterfahrung im Produktionsumfeldverfügt MPDV über umfangreichesFachwissen und unterstütztUnternehmen jeder Größeauf ihrem Weg zur Smart Factory.Täglich nutzen weltweit mehr als1.000.000 Menschen in über 1.500Fertigungsunternehmen die innovativenSoftwarelösungen von MPDV.Dazu zählen namhafte Unternehmenaller Branchen. ◄Markus Diesner,Marketing Experte bei MPDVEinkaufsführer Produktionsautomatisierung 202529
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